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Amer Albayati - Buch: Auf der Todesliste des IS

Amer Albayatis unbequeme Islam-Wahrheiten in Buchform

Der Motor der Initiative der Liberalen Muslime Österreichs (ILMÖ) hat als Islam-Reformer und Terror-Experte ein aufrüttelndes Buch über sein Leben geschrieben: „Auf der Todesliste des IS

Besprechung von Reinhard Bimashofer

Begleitet man den 74jährigen im Irak geborenen Journalisten mit den freundlichen Augen durch ein Einkaufszentrum in Wien, bekommt man rasch den Eindruck, dass der Gute mit der halben Welt per Du ist. Händeschütteln, Lachen, Umarmungen. Ganz der Gegensatz zu der schlimmsten Zeit seines Lebens, als Dr. Amer Albayati, der in diesem Blog mit vielen Beiträgen vertreten ist, rund um die Uhr von einer Sondereinheit mit Cobra- und Wega-Beamten beschützt werden musste.

Die Todesdrohungen, die gegen den Motor der Liberalen Muslime in Österreich ausgestoßen worden waren, wurden absolut ernst genommen. Albayatis schlimmes Verbrechen bestand in der Tatsache, dass der seit Jahrzehnten in Wien lebende Moslem den Bedarf eines moderneren und in unsere Gesellschaft eingebetteten Islams sah und dies auch vielfach zum Ausdruck brachte.

So wurde er zum Feindbild der Muslimbruderschaft und des IS. Doch das kann seinen Elan nicht bremsen. Mutig informiert er mit Presseaussendungen über Missstände, stellt sich der Diskussion mit Haltung und gastiert als Fachkommentator fast täglich in TV-Sendungen in Österreich und rund um den Globus.

Statt sich zu verstecken, hat Amer Albayati nun im Seifert-Verlag seine Lebensgeschichte publiziert. Eine recht interessante Mischung aus Einblicken in sein Werden, sein Aufwachsen in Bagdad. Danach ein Auslandsstudium in Deutschland und die Heimkehr wegen der Krankheit des Vaters. Die neuerliche Ausreise wurde dem jungen TV-Regisseur versagt, da jemand den Behörden verraten hatte, dass sein Militärdienst noch ausstand. Dass er in Deutschland Tochter und Familie hatte, zählte nicht.

Mit Schleppern wollte Amer fliehen, wurde inhaftiert und erst in den Kriegswirren des Irak-Iran-Krieges im Herbst 1980 gelang ihm durch Sirenengeheul und Bombenangriffe die Flucht nach Damaskus. Von dort ging es mit der ersten Maschine nach Wien.

Wie sich doch die Geschichte wiederholt. Heute sind wesentlich stärkere Fluchtbewegungen im Gange und der Buchautor vermutet in Österreich bereits 600.000 Muslime. Tendenz stark steigend. Albayati prangert die Radikalisierung durch Fundamentalisten an. Sie ist leider noch allgegenwärtig. Junge Menschen verirren sich in einem Glaubensbild, das Platz lässt für ein Feindbilddenken, das zum Krieg aufruft. Gegen den Westen und vor allem in den Reihen des Islamischen Staates.

Eine Saat, die schon in Kindergärten genährt wird. Mit zig Millionen Euro subventioniert in einer Parallelgesellschaft der islamischen Kindergärten, deren 2016 so empörende und durch Aslan-Studien belegte Fehlentwicklungen Amer Albayati bereits 2009 in Schreiben an Spitzenpolitiker thematisiert hat.

Über weiter Strecken analysiert Albayati in seinem Buch die Verstrickungen islamistischer Extremisten in die Destabilisierung der Weltpolitik. Nüchtern beleuchtet er die Szene und streut warnend ein, welch traurige Figur die Politik bei all dem macht. Über Jahrzehnte sind Entwicklungen verschlafen worden, wurde verharmlost, bis dann die ersten Bomben flogen oder Schülerinnen in den Dschihad nach Syrien aufbrachen.

Aus Wien in den Krieg. Viele Terrorprozesse lassen uns aufwachen mit Fragezeichen. Wo waren jene, die uns beschützen sollten? Gab es keine Frühwarnsysteme? Wieso hat man Amer Albayati nicht früher gehört, früher ernst genommen? Eigentlich hätte der Buchautor allen Grund sich verzweifelt abzuwenden. Eine Mission für den Liberalen Islam, für höchst notwendige Reformen und Präzisierungen in der Islam-Auslegung hinter sich zu lassen, die ihm sprichwörtlich viel Feind aber nur wenig Ehr gebracht hat. Statt Dank gab es Zank. Insgesamt 15 Morddrohungen von verschiedenen IS-Kämpfern als Gipfel der Feinseligkeiten gegen ihn.

Unermüdlich macht Albayati weiter. Es ist seine Art, der Gesellschaft Dank zu sagen. Er will den Untergang unserer Werteordnung verhindern, will seine Muslime geschwisterlich einbinden in einem von so vielen Prüfungen gebeutelten Europa. Als es so gefährlich für ihn in seiner zweiten Heimat Österreich wurde, hätte er Asyl in Kanada, Australien und den USA bekommen. Doch er blieb hier. Er wollte hier seiner Aufgabe nachkommen, die ihm längst Berufung ist.

Wie sehr, das kommt zum Ausdruck, wenn Michael Ley in seinem Vorwort betont, dass Albayati auf sämtliche Einkünfte aus dem Buch verzichtet hat. Damit entzog er seinen Gegnern schon die leiseste Chance, ihm Selbstprofilierung und Profitgier auf Kosten des Islam vor zu werfen.

Michael Ley in seinem Vorwort zu „Auf der Todesliste des IS“: Die gegenwärtigeungebremste Invasion von Muslimen aus dem Nahen undMittleren Osten sowie aus Afrika wird diese Entwicklungnegativ verstärken, und große Teile Europas laufen Gefahr,der Islamisierung preisgegeben zu werden.Vor diesen Entwicklungen warnt Amer Albayati seitvielen Jahren unermüdlich und erntete jedoch mehr Anfeindungenals Anerkennung. Seine Kritik am politischen Islamstößt bis heute auf die Ignoranz der meisten Vertreterder Politik, der Medien und der Wissenschaft, aberauch vieler kirchlicher Würdenträger. Mit einem geradezupathologischen Eifer widersetzt man sich der banalenEinsicht, dass der orthodoxe – und selbstverständlichder radikale – Islamnicht mit Demokratie und modernenRechtsstaaten vereinbar sind. Nur die Ideologie eines „friedfertigen“ Islamkann die Utopie Multikulturalismusaufrechterhalten – die Tag für Tag empirisch widerlegtwird. Der letztgenannte Umstand macht deshalb den rationalenReligionskritiker zum Erzfeind: Er gibt mit seinerKritik die Multikulti-Utopie der Lächerlichkeit preis.Er entzieht den politischen Träumern den Boden unddenunziert die kommendenZivilisationszerstörer. ZivilisatorischerSelbstmord und Islamisierung sind deshalbZwillinge des kommenden dritten Totalitarismus.“

Die Warnungen sollten nicht länger in den Wind geschlagen werden. Amer Albayati hat akribisch eine Bilanz seines Lebens und seines Bemühens gezogen. Er hat gut dotierte Funktionen in der arabischen Welt ausgeschlagen und Verlockungen der Politik in Österreich widerstanden. Der Mann wirkt ehrlich, authentisch und wirklich alarmiert. In seinem Buch belegen frühe Artikel und Arbeiten wie jede, der angekündigten Entwicklungen eingetreten ist. So betrachtet prophetisch. Nur: Die Propheten gelten halt im eigenen Land nichts. Das ist eine alte Weisheit und Österreich ist seit mehr als drei Jahrzehnten sein Land, seine zweite Heimat.

Amer Albayati ist das beste Beispiel für gelungene Integration, für interreligiöse Dialogbereitschaft und ehrliches Bemühen für ein Miteinander. So spaltet einen die Lektüre: Viel Hoffnung, viel Leid. Aber so ist es eben: Das Leben. Mehr Albayatis wären eine Wohltat für Österreich. Sein Buch ist Warnung und Hoffnung in einem. Ich habe 19 Euro für die Hoffnung ausgegeben und einen Euro für die Warnung.

Mutig jedenfalls der von Dr. Maria Seifert geführte Seifert-Verlag, der dieses Werk zum bestmöglichen Zeitpunkt herausgegeben hat. Wobei sogar die Silvesterunruhen in vielen Großstädten Einzug hielten und Albayatis Eintreten für die Gleichstellung von Mann und Frau.

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Auf der Todesliste des IS  - Dr. Amer Albayati - Seifert Verlag  € 19,95

 

Europa vor neuen Herausforderungen

Amer Albayati -  Buch Auf der Todesliste des IS
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Radikaler Islamismus: Die Ängste von Bürgern, Politikern und Journalisten.
Und wie man ihnen am besten begegnet.

Gerade in den letzten Monaten stehe ich mit sehr vielen Menschen in Kontakt. Die meisten meiner Gesprächspartner verspüren Machtlosigkeit und haben vor dem Hintergrund zunehmender islamistischer Radikalisierungstendenzen einfach nur Angst. So weit ist es dank der jahrzehntelangen Politik des Wegschauens und der Geltung eines eigentümlichen Toleranzgebahrens gekommen, welches zu einer faktischen Zivilreligion erhoben wurde, obwohl hierdurch nur Ignoranz und Konfliktscheu zementiert wurden. Dieses Wegschauen und Tolerieren ist es, was dem friedlichen Zusammenleben von Nichtmuslimen und Muslimen geschadet hat, da strenggläubige  Fundamentalisten und politisch ausgerichtete Islamisten das Bild "des Islam" in der Öffentlichkeit prägten und prägen.
Gleichzeitig treffe ich viele Politiker. Manche von ihnen haben eine andere Art von Angst. Angst vor Veränderung oder Angst davor, ihr Mandat zu verlieren, wenn von ihnen bestehende Konflikt- und Gewaltpotentiale offen angesprochen werden. Weitere fügen sich in das von manchen politischen Eliten zu deren Machterhalt bewusst geförderte System des Wegschauens, da sonst ein politischer und gesellschaftlicher Absturz droht.
Um die Ängste der Bürger zu beseitigen und die Politik wachzurütteln, brauchen wir mehr öffentlich sichtbare Initiativen wie die Initiative Liberaler Muslime in Österreich (ILMÖ), die von mir am 2.2.2000 mitbegründet wurde.
Leider haben auch viele Journalisten Ängste. Sei es, weil sie als Bürger Machtlosigkeit verspüren. Oder manche von ihnen - eingeschüchtert von der herrschenden Politik - glauben, bestimmte Wahrheiten nicht schreiben zu dürfen, was sich schon in dem Ringen um die Neutralität von Wörtern wie "Islamismus" zeigt, um nicht selbst verleumdet und juristisch verfolgt zu werden. Und zwar von denen, die oftmals selbst islamistische Akteure sind, die die freiheitlich und wertepluralistisch verfasste Ordnung Österreichs überwinden und abschaffen wollen, da langfristig ein europäisches Kalifat errichtet werden soll, womit sich alle europäischen Staaten in derselben Angst- und Gefährdungslage wie Österreich befinden.

Diesen Teufelskreis müssen wir aufbrechen!

Ich habe deshalb vor diesem Hintergrund die Selbstinitiative gewählt.
In meinem Buch "Auf der Todesliste des IS" zeige ich als Islam-Insider und -Reformer, als bedrohter Warner vor Radikalismus und Terror, ausgehend von meiner persönlichen Situation, sehr anschaulich und auch für den Normalbürger gut nachvollziehbardie Bedrohung, die über Europa schwebt:

Es gibt zahlreiche Hinweise zu den über ganz Europa gespannten Netzwerken der Muslimbrüder, die seit Jahren gezielt und unaufhaltsam die kulturellen und politischen Institutionen der einzelnen Regierungen unterwandert haben, indem sie nicht nur geschickt die westliche Toleranz und Offenheit für ihre Zwecke nutzten und benutzen. Sondern sich auch als offizielle Ansprechpartner "der Muslime" in einem angeblichen "Dialog der Kulturen" präsentieren, der nur noch ein Monolog ist, wo angebliche "islamspezifische" Rechte durchgesetzt werden.

Ich mache seit Jahren auf diese Tendenzen aufmerksam:

Ich habe sehr früh auf die Aktivitäten des salafistischen Predigers und mutmaßlichen IS-RekrutierersEbuTejma aufmerksam gemacht, der bereits im Jahr 2013  in einer umfassenden Studie der Landesverteidigungsakademie in Zusammenhang mit extremistischen Strömungen erwähnt wurde. Und der jetzt, drei Jahre später, in Graz im Zentrum eines der größten Dschihadistenprozesse Österreichs steht. ("Auf der Todesliste des IS", S. 133ff.)
Ebenfalls warnte ich die österreichische Regierung bereits im Jahr 2009 vor Fehlentwicklungen im Schulwesen und in der Kindergartenerziehung. Und verlangte in einer Aussendung, "[…] dass die Muslime in österreichische Schulen gehen müssen, anstelle in immer mehr entstehende islamische Kindergärten und islamische Schulen, in denen sie isoliert sind. [...] Das Schaffen islamischer Kindergärten und Schulen ist nicht im Sinne Österreichs und der Muslime." (Ebd., S. 168)

Außerdem forderte ich damals schon "[...] die sofortige Überprüfung der Qualifikation sämtlicher Islamlehrer, die umgehende Einholung von Berichten aller Landesschulbehörden über die Tätigkeit und Kontrolle aller Islamlehrer und die Suspendierung aller Islamlehrer, sofern sie über keine ausreichende Qualifikation verfügen." (Ebd., S. 166)

Aber die Politik schlug alle Warnungen in den Wind. Teils aus Sorglosigkeit, teils aus Unwissenheit, teils aus Angst vor Stimmenverlusten und dem Vorwurf von Rassismus und Islamophobie. Das Ergebnis dieser Verhaltensweisen tritt aktuell in immer neuen Erschütterungen zutage, da sich schon meine Warnungen durch die aktuelle Studie von Prof. Ednan Aslan über islamistische Einflüsse in islamischen Kindergärten in Wien, die über Jahre mit hohen finanziellen Mitteln städtisch gefördert wurden, bestätigt haben.

Ich werde nicht müde, die Aufdeckung islamistischer Aktivitäten zu betreiben. Aufklärung über den Islam zu vermitteln und eine Aufklärung für den Islam zu fordern. Das Ziel all meiner Bemühungen ist ein reformierter Islam, der die Basis für ein friedliches Miteinander der Religionen und Kulturen schafft. Damit habe ich mir so manchen strenggläubigen Fundamentalisten, Islamisten, Salafisten und Salafi-Dschihadisten zum Feind gemacht. Meine Reformbemühungen haben mir bisher nicht weniger als 15 Morddrohungen von radikalen und militanten Islamisten eingebracht, die bis in das Spektrum von österreichischen Anhängern des IS reichen. Ich weiß also, wovon ich spreche.

Es ist im Sinne einer aufgeklärten und demokratischen Gesellschaft absolut notwendig, dass diese gesellschaftlich und sicherheitspolitisch immer drängender werdenden Fragen und Probleme nicht mit ein paar Floskeln abgetan, sondern mit Vernunft, Augenmaß und gutem Willen diskutiert werden.  

Nicht nur in den (städtisch geförderten) islamistischen Kindergärten (Salafisten, Muslimbrüder, MillîGörüş, ATIB etc.) Wiens bestehen Parallelgesellschaften, wo schon Kinder islamistisch indoktriniert und in Fragen wie einem Verhüllungsgebot für Mädchen ab der Pubertät desintegrativ sozial imprägniert werden. Sondern auch in einer zunehmenden Zahl von Moscheevereinen, wo im Rahmen eines konservativen - und oftmals vom saudi-arabischen Wahabiyya-Islam beeinflussten - Islamverständnisses strikte Geschlechtertrennung, eine mindere gesellschaftliche Stellung der  Frau, Antisemitismus, Hass auf Homosexuelle und Abschottung von der nichtmuslimischen Mehrheitsgesellschaft gepredigt wird.
Daher urteile ich bereits über die Zustände in heimischen islamistischen Kindergärten: "Die Verspieltheit der Kinder mit Kopftuch wird vertan!". Solche radikale Einrichtungen müssten daher umgehend geschlossen werden.

Aber nicht nur dieser legalistisch agierende Islamismus, der etwa die durch die Verfassung garantierte und allgemein gewährte Religionsfreiheit ausnutzt, um seine explizit politisch ausgelegte Islamauslegung als "das dem Westen in allen Belangen überlegene System" zu verbreiten, stellt eine zunehmende Gefahr dar, weil er die Gesellschaft entlang ethnisch-religiöser Bruchlinien spaltet und zur Entstehung sich abschottender Parallelgesellschaften führt. Diese werden dann eines Tages auch mit Gewalt versuchen, ihre Forderungen nach einer schariahtisch erlaubten Lebensführung durchzusetzen, weil Islam angeblich nur dann Religion sein kann, wenn die Schariah (das von Allah den Muslimen auferlegte und im Koran und nach koranischerSunnah übergebene Gesetz zur Daseinsbewältigung und Jenseitsvorbereitung) in allen Lebensbereichen als Ausdruck der Einheit von Religion und Staat gilt, obwohl schon der Koran keine bestimmte Regierungsform vorschreibt.
Auch der militante Islamismus von IS und Gruppen des Netzwerkes al-Qaidah bedroht die Gesellschaft durch terroristische Anschläge.
Legt man zur Einschätzung des Konflikt-, Gefährdungs- und Gewaltpotentials innerhalb der muslimischen Community in Österreich und Europa die von mir sogenannte realistische "80 : 20 Einteilung", die auch auf alle anderen europäischen Staaten anwendbar ist, zugrunde (80% unproblematische Muslime, 10% nationalistisch-fundamentalistische Muslime, die oftmals dem organisierten Islam zugerechnet werden können, 5% radikale Islamisten und Salafisten, 5% IS und al-Qaidah Anhänger, von denen 1% akute Gefährdung für Österreich darstellt, weil sie im Inland Anschläge verüben könnten), kann man sich angesichts von rund 600.000 in Österreich lebenden Muslime ausrechnen, welch gewaltiges Konflikt- und Gewaltpotential besteht.
Wobei in den letzten fünf Jahren, neben einer zunehmenden und immer schneller verlaufenden Radikalisierung der  Anhängerschaft von IS und al-Qaidah, auch ein steigender Anteil weiblicher Salafi-Dschihadisten zu verzeichnen ist, die ebenfalls immer radikaler werden.

Daher sollte man die hier von mir im Ansatz umrissenen Problemlagen nicht aus Konfliktscheu ignorieren.

Gerade der langfristig angelegte und legalistisch agierende Islamismus von Gruppen wie der Muslimbruderschaft stellen eine beträchtliche Gefährdung dar, die viel zu lange unterschätzt wurde, obwohl schon jetzt die gesellschaftlichen Folgen ihre Aktivitäten spürbar sind, da die Muslimbrüder bereits seit den späteren 1950er Jahren in Europa aktiv sind, als der Privatsekretär und Schwiegersohn von Hasan al-Banna (der 1949 ermordete Gründer der Muslimbruderschaft in Ägypten), Sa'iid Ramadan (1926-1995), die ersten Strukturen der europäischen Muslimbrüder in der Schweiz und Deutschland aufbaute.

Daher habe ich in bewährter Zusammenarbeit  mit dem deutschen Counterterrorism-Berater Dr. Thomas Tartsch (www.thomastartsch.org) für das brandaktuelle Buch das Kapitel: "Von der Muslimbruderschaft zum IS  - Gefährdungspotentiale für Österreich und Europa" verfasst, wo wir uns unter anderem ausführlich mit Muslimbruderschaft, MillîGörüş, AKP, saudischen Wahhabiyya-Islam, al-Qaidah und IS (DAESH) beschäftigen.

Das bislang erfolgte außerordentlich positive Feedback in Österreich und Deutschland auf das Buch zeigt, wie viel Aufklärungsarbeit noch notwendig ist, da das Thema Islam/Islamismus, welches auch eng mit anderen Hotspot-Themen Migration/Integration/identifikative Assimilation und Terrorabwehr/Innere Sicherheit verknüpft ist, auf der tagespolitischen Agenda der nächsten Jahre bleiben wird, an der die gesellschaftlich und politisch Verantwortlichen nicht mehr vorbeikommen, weil wir erst am Anfang von neuen Entwicklungen wie den anhaltenden transnationalen Wanderungsbewegungen aus der muslimischen Welt nach Europa stehen, deren Auswirkungen noch gar nicht abzusehen sind.

Mir brachte mein Eintreten gegen Radikalismus und Terror und für Freiheit, Menschenrechte auch für Frauen sowie einen liberalen Islam europäischer Prägung bisher 15 Morddrohungen ein.
Dennoch verfolge ich trotz dieser 15 Morddrohungen unbeirrt mein Ziel.

Durch diese vielen Morddrohungen bin ich eine der bestgeschützten Personen Österreichs und führe ein Leben auf der Flucht. Aber ich habe gelernt, damit zu leben.
Ich hoffe, meine Geschichte rüttelt auf. Sie ist ein Aufruf zur Wachsamkeit und ein Bekenntnis zu Aufklärung, Demokratie und Friedfertigkeit. Dieses Buch soll nicht nur die Wurzeln von Dschihadismus und Terror aufzeigen, sondern auch Auswege aus dem Dilemma der westlichen Welt.
So muss jegliche radikal islamistische Unterdrückung und Diskriminierung, wie zum Beispiel gegenüber Lesben und Schwulen, von allen Demokratinnen und Demokraten, gleich welcher ethnischer Herkunft, religiöser Orientierung und sexueller Ausrichtung bekämpft werden, da  religiös-politisch legitimierter Hass keinen Platz in der Gesellschaft haben darf.

Mit "Auf der Todesliste des IS" (Seifert-Verlag http://bit.ly/albayati-seifert - http://bit.ly/albayati-amazon) möchte ich einen Beitrag leisten, die Gründe für diese Entwicklung zu verstehen und die Entscheidungsträger vor dem Hintergrund dieser immer dramatischer werdenden Entwicklungen wachzurütteln.

Den Medien wurde das Buch im Februar 2016 präsentiert.

In Ergänzung der Buchankündigung wurden drei Fragen an meine mutige Verlegerin Maria Seifert gerichtet:

1.     Frage: Welche Beweggründe gab es für Ihre Entscheidung das Buch von Amer Albayati "Auf der Todesliste des IS" in dieser Zeit in Ihrem Verlag zu veröffentlichen?Weil ich der Meinung bin, dass das Buch brennende Fragen unserer Zeit behandelt, die einfach nicht länger beiseite geschoben werden dürfen: Was hat es mit dem politischem Islam auf sich? Wie hat sich der Dschihadismus entwickelt? Woher kommt die Gefahr, wie können wir ihr begegnen? Und vor allem - was muss geschehen, damit unser menschliches Dasein durch Humanität und Toleranz fundiert bleibt und nicht in religiösen und weltanschaulichen Konflikten zermürbt wird. Das ist, wie ich glaube, die große Herausforderung unserer Tage.



2.     Frage: Welche konzeptionelle Zielsetzung und Überlegung steckt dahinter? Für Amer Albayati ist Aufklärung und Reform das Gebot der Stunde. Für ihn kann es nur Frieden geben, wenn Vernunft und Aufklärung die Oberhand gewinnen über fundamentalistische Vorschriften, Lesarten und Anschauungen. Insofern zeigt er in seinem Buch Wege zu einem neuzeitlichen Konzept von Religion auf, Wege, die heute durch aufkeimende Zwietracht und emotionsgeladene Kontroversen blockiert zu werden drohen.

3.     Frage: Welche Bedeutung haben der Inhalt und der Autor dieses Buch für Sie und die Leser? Meiner Meinung nach ist Amer Albayati als Moslem, Terrorexperte und Friedens-Aktivist in der Lage, einem europäischen Publikum die positiven, aber auch die zu hinterfragenden Aspekte seiner Religion nahezubringen. Warum? - Er ist Islam-Insider: Geboren in Bagdad zu einer Zeit, da dort Juden und Christen und Moslems friedlich koexistierten, hat er sowohl das Regime Saddam Husseins wie auch den Krieg im Irak erlebt. - Er ist eine Wanderer zwischen den Welten: Er lebt seit Jahrzehnten in Europa, zunächst in Berlin, dann in Wien, und ist eng vertraut mit der westlichen Kultur und Gesellschaft. - Er ist ein Kenner der dschihadistischen Szene und hat die Gefährdung durch fundamentalistische Bewegungen am eigenen Leib erfahren. 15 Morddrohungen durch IS-Kämpfer sprechen ihre eigene Sprache. - Und als Kenner dieser Szene hat er seit Jahrzehnten vor den Entwicklungen gewarnt, die Europa, unsere demokratischen Werte und unser friedliches Zusammenleben heute bedrohen. Dieses Buch, in dem er all seine Erfahrungen und Erkenntnisse zusammenfasst, ist daher ein unschätzbar wichtiger Leitfaden für Entscheidungsträger in diesen Krisenzeiten, ebenso wie es eine äußerst wichtige Informationsquelle für das Verständnis von Islam und Dschihad und einen lösungsorientierten und auf Vernunft bauenden Dialog ist.

Dr. Amer Albayati, Islam- und Terrorexperte
Präsident, Initiative Liberaler Muslime Österreich – ILMÖ
Mobiltelefon: 069910333243
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